Allgemein

Jahresbericht

Es wird Zeit mal wieder was zu schreiben. Nach fast einem Jahr kann ich sagen, dass es mir im Moment recht gut geht. Ich hab eine eineinhalbmonatige Downphase hinter mir. So mit depressiven Symptomen, aber auch leichten optischen Halluzinationen. Mit viel Ruhe und meiner normalen Medikation hat sich mein Zustand wieder eingependelt. Ich bin froh, dass ich meinem Arzt da vertrauen kann und er nicht gleich mit höheren Dosierungen scharf schießt. Er bietet mir immer an jederzeit in seine Sprechstunde auch ohne Termin zu kommen, wenn ich merken sollte, dass ich da nicht ohne Hilfe durchkomme und das gibt mir so ein Sicherheitsgefühl, dass ich das Angebot so gut wie nie nutzen muss.

In der Zwischenzeit habe ich Erwerbsminderungsrente beantragt und auch voll bewilligt bekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass das zusätzlich ein positives Gefühl der Unabhängigkeit und auch ein Stück Freiheit bei mir bewirkt hat. Ich komme mir auch nicht mehr so wie eine reine Belastung für meinen Mann vor. Auch wenn der Betrag bei der Rentenversicherung der Landwirte nicht groß ist, bringt es eine Erleichterung. Ganz unkompliziert konnte ich im gleichen Verfahren auch die Erwerbsminderungsrente der österreichischen Rentenversicherung beantragen und erhalte auch hier einen Betrag.

Meine Belastbarkeit würde ich als gleichbleibend stabil bezeichnen. Im großen und ganzen hat sich da nix geändert. Mit den normalen, alltäglichen Anforderungen komme ich zurecht, einen perfekten Haushalt werde ich wohl nie mehr führen können (was nach wie vor ein Diskussionspunkt zwischen meinem Mann und mir darstellt). Gehen die Anforderungen darüber hinaus, hängt es mir nach wie vor einige Tage nach und ich verschlafe viel Zeit auch tagsüber. Hält so eine Phase länger an, bekomme ich Symptome wie Schlafstörungen, optische Halluzinationen, und Anzeichen einer Depression oder Hypomanie.

Im Allgemeinen möchte ich aber sagen, ich habe gelernt mit der Krankheit zu leben, ich hadere nicht mehr damit. Es ist einfach wie es ist und es könnte auch schlimmer sei. Klar, chronisch krank zu sein ist nicht lustig und schränkt die Lebensqualität ein. Da gibt es nichts schönzureden! Ich habe aber beschlossen, dass ich dennoch mit vielem zufrieden sein kann und es viel gutes und schönes in meinem Leben gibt. Ich kann auch etwas geben und nicht nur nehmen, meinen Beitrag leisten. Wäre das jedoch anders, würde mein Selbstwertgefühl sehr darunter leiden…

Meine anderen Baustellen bestehen nach wie vor. Mein Übergewicht habe ich nicht reduzieren können- ist aber auch nicht mehr geworden. Meine wechselnden Schmerzen stören mich mal mehr, mal weniger. Am störendsten empfinde ich aber meine Unbeweglichkeit und Muskelsteifheit. Das letzteres nicht von den Medis kommt kann mir keiner erzählen, aber ohne Nebenwirkungen geht’s anscheinend nicht.

Soweit also so gut!

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