Gedanken und Berichte

Schlechter Tag

Heute war es wieder einmal Zeit mich zu ärgern und auch etwas enttäuscht zu sein.
Auslöser war eigentlich eine Kleinigkeit – eine Bemerkung meines Mannes. Was genau tut jetzt nichts zur Sache. Auf alle Fälle fordert er Lob von mir ein für Dinge, die in meinen Augen selbstverständlich sein sollten und nun mal zu seiner Arbeit gehören – im Gegenzug nimmt er auch alles von mir als selbstverständlich was ich so den ganzen Tag über schaffe, mit den Kindern mache und für sie organisiere (wobei er mir eigentlich nie hilft), mehrmals am Tag mit dem Auto unterwegs sein muss. Im Gegenteil höre ich nur Dinge die ich noch erledigen sollte oder nicht gut hinkriege.
Das das mit einer Erkrankung wie meiner überhaupt nicht selbstverständlich ist alles rund um die Kinder alleine zu managen, den Haushalt nicht versanden zu lassen, Auto zu fahren, an sozialen Aktivitäten teilzunehmen und ihn bei der Arbeit zu unterstützen, usw. ist ihm überhaupt nicht bewusst. Aber nicht nur ihm – auch der restlichen angeheirateten und eigenen Verwandtschaft fällt es leichter mich mit meinem Manko wegzuschieben und nur die Starke und Funktionierende in mir zu sehen.
Anscheinend etwas träge, aber die kann das alles doch mit links stemmen – scheint ihre Einstellung zu sein.

Das Gefühl vermittelt zu bekommen, das es einfach nicht reicht, was ich leiste setzt mir schon zu und stimmt mich traurig. Ich denke nicht das dies mit Absicht geschieht, aber unbedacht. Vielleicht kommt mein Umfeld auch nicht anderes klar mit mir als chronisch Kranke mit diversen Defiziten, aber dennoch sollte ihnen auch bewusst sein, wie ihr Verhalten auf mich wirkt.

Eigentlich fast immer habe ich die Einstellung, Hauptsache ich weiß dass ich alles gegeben habe was ich konnte und kann somit mit mir und meinem Tag zufrieden sein. Aber manchmal summieren sich halt die kleinen Bemerkungen und guten Ratschläge und dann wird es mir zu viel. Meine Stimmung schlägt dann leicht um, ich weine und fange an mit mir selber zu reden. Ich muss dann höllisch aufpassen, dass ich nicht in eine Depression rutsche. Und so geht es mir halt auch heute.
Ich heule und mache mir Gedanken, ob es vielleicht gut wäre mal nicht so gut zu funktionieren und mein Umfeld wieder zu sensibilisieren. Eigentlich sollte ich doch froh sein, dass es mir momentan relativ gut geht und ich stabil bin… echt, ein blöder Gedanke. Möchte ich meinen Kindern sicher nicht antun! Aber mehr als ich jetzt drauf hab ist halt zur Zeit einfach nicht drin. Können nicht alle zufrieden sein, dass es mir nicht schlechter geht und mit dem was ich eben so auf die Reihe krieg?

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