Gedanken und Berichte

Kennt das jemand?

Da gibt es einen Menschen, der dich von klein auf kennt, dem du wöchentlich einen Bericht ablieferst über dein Leben und der manchmal so tut, als hätte er dir nicht zugehört – Tatsachen negiert bzw. ignoriert und verdrängt? Was hat derjenige davon frage ich mich des Öfteren. Will er sich mit diesem Verhalten selber schützen?
Mich kränkt dieses Verhalten mir gegenüber unheimlich, weil ich mir dann Gedanken darüber mache, ob mich diese Person wirklich wahr nimmt, so wie ich bin und mit allem was dazugehört, oder ob sie mich nur so sehen will wie sie sich das so vorstellt, wie ich sein sollte. Es zieht mich einfach runter und ich fühle mich unverstanden, nicht akzeptiert und es nagt somit auch an meinem Selbstwertgefühl.
Eigentlich kenne ich dieses Verhalten schon lange und ich sollte es distanzierter betrachten und mir nicht so zu Herzen nehmen; aber das ist etwas, was ich nicht kann. Im Gegenteil, ich fasse fast alles persönlich auf und beginne dann mich zu hinterfragen was falsch an mir ist. Viel wahrscheinlicher ist, dass mit mir alles stimmt und diese Person einfach so ihre Probleme hat mit gewissen Tatsachen umzugehen. Wenn dem so ist, sollte ich das Problem wohl auch bei dieser Person lassen und nicht auf mich umlegen.
Wenn´s denn nur so einfach wäre…

Mein Selbstwertgefühl ist ja sowieso so eine Sache. Innerhalb meiner kleinen Familie ist alles gut und ich fühle mich meist wohl mit mir. In der Großfamilie sieht es da schon anders aus und bei Bekannten oder auch mir fremden Menschen ist es kaum vorhanden. Ständig sind da diese Gedanken, ob ich eh nicht für komisch gehalten werde, ob ich mich der Situation entsprechend verhalte – ganz schlimm ist es, wenn ich von jemanden etwas brauche, bei Behörden oder ein Anliegen förmlicher Natur habe. Da krieg ich Angstzustände – fast Panik, telefonieren geht dann gar nicht mehr, ich schäme mich dafür, dass ich was von jemandem bzw. einem Amt brauche (was Blödsinn ist, denn genau dafür sind sie ja da) und alles ist mir verdammt unangenehm.

Zum Beispiel mein Immobilienverkauf. Ich habe es nicht ein einziges Mal geschafft mit dem Makler zu telefonieren und wickelte alles über Email und dem Postweg ab. Mein Mann wundert sich jetzt noch, dass das funktioniert hat.
Oder wenn ich Fragen zu einem bestimmten amtlichen Vorgehen habe, durchforste ich zuerst das Internet, anstatt mich telefonisch oder persönlich beraten zu lassen – was einfacher wäre und weniger zeitintensiv. Aber irgendwie habe ich Angst davor, die Leute könnten mich für unfähig, aufdringlich, störend und dumm halten, wenn ich es nicht ganz alleine auf die Reihe bekomme.

Da ich häufig auch Probleme damit habe mich verbal korrekt und passend auszudrücken, entsteht bei mir auch oft das Gefühl des Ausgegrenzt-Seins. Small Talk liegt mir überhaupt nicht, mir fallen oft die notwendigen Rückfragen nicht ein um ein Gespräch am Laufen zu halten, ich habe kein Gefühl für den passenden Moment in ein Gespräch einzusteigen und habe keine Ideen für Gesprächsstoff – was von mir interessant genug sein könnte um darüber zu reden (mein Leben ist sehr gleichförmig und überschaubar). Dadurch ergeben sich oft lange Pausen in der Kommunikation rund um mich. Oder alle um mich herum reden miteinander, nur ich nicht mit. Manchmal hab ich auch das Gefühl, jemand redet nur höflichkeitshalber mit mir.
An solche Situationen versuche ich mich zu gewöhnen, denn ich kann nicht etwas erzwingen, was nicht von Haus aus da ist. Woran ich mich nicht gewöhnen kann ist, dass ich keine neuen Kontakte knüpfen kann um Freundschaften und Bekanntschaften zu schließen. Dieses Manko setzt mir doch sehr zu. Auch wenn ich mir da nach außen hin nichts anmerken lasse. Innerlich bewirkt es aber, dass ich mich doch häufig einsam oder unverstanden fühle.

Die Tatsache an sich bewirkt jetzt noch nicht, dass ich in eine Depression kippe – kommt aber Stress hinzu, Kritik an meiner Person, ein schwer lösbares Problem, Zukunftsängste,… werde ich sehr wohl depressiv; was bis zu Selbstmordgedanken führen kann. Andererseits ist das herabgesetzte Selbstwertgefühl auch Symptom einer Depression. Da beißt sich die Katze oft in den eigenen Schwanz.

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