Gedanken und Berichte

Leistung

Was erwarten andere von mir – Leistung! Auch wenn sie offiziell meinen, gerade das nicht zu tun. Ich für meinen Teil denke, ich leiste genug. Allein meine zwei Kinder fordern mich jeden Tag und bringen meinen strukturierten Alltag gehörig durcheinander. Gut, der Haushalt ist wie ja schon bekannt nicht gerade meine Stärke, der Garten auch nicht unbedingt. Was geht helfe ich meinem Mann. Nur doppelgleisig arbeiten, d.h. Arbeit und Kinder gleichzeitig kriege ich nicht so gut gebacken. Aber immerhin schaffe ich auch noch Ballettstunde, Logopädie, Reiten und Spielgruppe wöchentlich mit beiden Kindern. Der Transport in und vom Kindergarten ist auch meine Sache.
Ich finde unter den gegebenen Umständen reicht das was ich leiste.
Aber meine Angehörigen meinen dennoch, ich sollte noch mehr tun. Meine Mutter z.B. hätte gern gesehen, dass ich den Haushalt und den Garten besser in Schuss halten würde. Mein Mann wiederum würde gern mehr Mithilfe am Hof fordern, bessere Haushaltsführung, mehr Engagement beim Renovieren u.ä. – und überhaupt soll ich wenn die Kinder vormittags verräumt sind einen 450 Euro Job suchen.
Die Schwägerinnen denken nicht einmal daran, mir mal Hilfe anzubieten oder die Kinder abzunehmen und meine Schwiegereltern denken sowieso ich sei faul und nicht krank.
Das ich offiziell als schwerbehindert gelte, und das nicht umsonst, scheint keinen zu kratzen. Ich krieg immer nur erzählt, was andere Mütter nicht alles schaffen und unter einen Hut bekommen, usw.
Wenn ich mich dann mal zu Wort melde, weil es mir zu viel wird und ich nicht mehr auf die Reihe kriege, oder dass ich jetzt Pause brauche und mit meinen Kräften haushalten muss, stoße ich meist auf Unverständnis. Diese Einstellung von anderen bzw. meinen Angehörigen belastet mich zeitweise sehr und ich kämpfe mit mir um mehr zu schaffen vs. Vorbeugung eines psychotischen Schubes zu betreiben. Denn psychotisch soll ich gefälligst auch nicht mehr werden, sondern funktionieren.
Die Ursache liegt sicher im Verdrängen bzw. im Nichtverstehen und -wollen meiner Erkrankung. Ich merke immer wieder, dass sie einfach für einen Nichtbetroffenen nicht nachvollziehbar ist. Das ist halt die Krux psychischer Diagnosen.

Nach wie vor versuche ich nach meiner eigenen Zufriedenheit mit meinen Leistungen zu leben und mich nicht davon abbringen zu lassen. Vielleicht kann das mein Umfeld auch mal so wie es ist akzeptieren. Hoffe ich wenigstens.

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