Gedanken und Berichte

Schizophrenie, ein Denkausbruch…

…heißt das Buch, das ich zuletzt gelesen habe. In der aufgestellten Theorie fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Es geht darum, schon als Kind „anders“ gewesen zu sein, um Anpassung, Phantasie, Nachdenklichkeit, Schuldgefühle… Ich habe mich darin wiedergefunden.
Es geht darum, dass außer einer genetischen Disposition eben bestimmte Persönlichkeitsmerkmale bzw. eine Persönlichkeitsbildungsstörung vorhanden sind, die die Entstehung einer Schizophrenie begünstigen. Unter anderem durch die Verstärkung eines angepassten Verhaltens an die Umgebung (Gesellschaft, Eltern, Vorbilder), welches dem eigentlichen Charakter nicht entspricht. So werden eigene Wünsche hintangestellt, das Selbstwertgefühl kann sich nicht wie gewünscht ausbilden, kurz gesagt man verbiegt sich um es anderen recht zu machen – und vergisst sich selber dabei. Solange, bis man gar nicht mehr weiß, was man selber eigentlich möchte. Das Verhalten verinnerlicht sich und man erkennt selber gar nicht, dass es so ist. Man versucht seine Probleme durch Nachdenken zu lösen, kommt aber auf keinen grünen Zweig und denkt weiter und weiter und weiter bis zum Gedankenrasen,…
(= meine Interpretation und kein Zitat)

Ich habe mich als Kind schon anders gefühlt und gehörte nirgends so richtig dazu. Aus bestimmten Gründen und Schuldgefühlen heraus versuchte ich es immer allen Recht zu machen, besonders meinen Eltern, Lehrern, Vorgesetzten,… ich hatte viele und starke Schuldgefühle.
Ich wusste gar nicht mehr was ich wollte – nur was ich nicht wollte. Gefühle wie Wut gestand ich mir nicht zu, weil ich viel Gewalt mitangesehen und auch erlebt habe die aus Wut entstanden ist. Ich wusste gar nicht wie das geht, wütend sein – oder wie sich das anfühlt. Ich wusste nur, dass daraus sehr viel Schaden entsteht, was ich natürlich besonders als Kind nicht haben wollte und mir Angst machte. Ich war die große, vernünftige, brave, unauffällige und angepasste Tochter.
Ich war immer schon sehr nachdenklich-grüblerisch und verbrachte viel Zeit mit Tagträumen, um aus der Realität aus zusteigen. Als ich keine Zeit mehr zum Tagträumen hatte, wurde ich psychotisch. Depressiv und leicht manische Phasen hatte ich schon vor meiner ersten Psychose. Im Nachhinein betrachtet war ich wohl schon lange vor dem ersten psychotischen Schub im Prodromalstadium.

Ich weiß, ich habe die Diagnose Schizoaffektiv – aber ich fühle mich immer mehr Schizophren als manisch-depressiv. Letzteres gehört halt mit dazu.

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Ein Kommentar zu „Schizophrenie, ein Denkausbruch…

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