Gedanken und Berichte

Psychotherapie – Schreiben als Therapie

Seit ich meine Krankheit habe, frage ich mich selber ob ich eine Psychotherapie machen soll. Es gibt Zeiten, da würde ich gern sofort loslegen und dann wieder denke ich: das brauche ich nicht. In Frage käme eigentlich nur eine Verhaltenstherapie, damit ich noch besser mit der Erkrankung zurecht komme und weitere Schübe eventuell abwenden oder hinauszögern kann; denn die Krankheit bleibt mir aus heutiger Sicht wohl lebenslang erhalten.
Mein Psychiater rät mir weder ab noch zu. Er meint ich manage meiner Krankheit wirklich toll, im Gegensatz zu den meisten anderen Patienten die er erlebt hat.
Meine Meinung ist, ich kann bestimmt noch etwas noch besser machen (Mein Anspruch an mich selber). Außerdem habe ich bis jetzt jede neuerliche Episode – egal welcher Art – als persönliches Versagen empfunden. Zumindest diesen Gedanken möchte ich los werden.

Es gibt dazu zwei Probleme:
1. Ich war in den letzten Jahren nie längere Zeit so stabil, dass sich das Warten auf einen Psychotherapieplatz ausgezahlt hätte.
2. Ich weiß nicht, wie ich regelmäßig wöchentliche längere Termin wahrnehmen soll, bevor nicht auch der Kleine in den Kindergarten geht, denn ich habe niemanden zum regelmäßigen Kinderschauen. So könnte ich sowieso erst in zweieinhalb Jahren eine Therapie machen.

Meine Therapie ist zur Zeit dieses Blog!! Ich merke, dass ich mit einigen Situationen besser klar komme, seit ich vermehrt alles niederschreibe, worüber ich so nachdenke – in diesem Fall die Krankheit betreffend. Ich überlege jetzt, ob ich noch persönlicher werden soll, oder ob ich da eine Grenze übertreten würde, was ich später vielleicht bedauere. Aber ich merke einfach wie gut es mir tut.
Schreiben als Therapie!!
Ich habe eigentlich immer Tagebuch geschrieben, als es mir psychisch schlecht gegangen ist – schon in der Pubertät. Diese Bücher habe ich eine Zeit lang aufgehoben, dann aber auch immer wieder vernichtet. Immer wenn ich einen Lebensabschnitt als beendet betrachtet habe. Das ist hier ein bisschen anders. Ich hinterlasse meine Signatur im WWW. Jeder, der möchte kann in meinem Logbuch mitlesen…

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Ein Kommentar zu „Psychotherapie – Schreiben als Therapie

  1. Jegliche Form des Ausdrucks, ob niedergeschrieben, als gemaltes Werk oder als Fotografie IST Therapie. Bleib dran! Was Therapieplätze angeht. Da sind Wartezeiten von zwei Jahren durchaus normal. Also wieso nicht jetzt schon anmelden? Abbrechen kannst Du immer. LG

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